Das Europäische Vegetarismus-Label (V-Label)

Bereits vor über 30 Jahren gab es Bestrebungen, ein vegetarisches Label weltweit zu lancieren.

Präsident und Gründer der Jewish Vegetarian Society, William Pick, versuchte bereits 1976, ein universales vegetarisches Label einzuführen.

Das heutige V-Label wurde vom italienischen Künstler Prof. Bruno Nascimben (Castenaso) entworfen und am EVU-Kongress von 1985 in Cervia/Italien für die weltweite Benutzung präsentiert. Viele vegetarische und vegane Organisationen haben unterdessen dieses V-Label übernommen. Dadurch wurde es das am weitesten bekannte und meist benutzte vegetarische Label weltweit.

Der Markt für vegetarische Produkte und Fleischalternativen wächst rasant, und es besteht offensichtlich ein grosses Bedürfnis der Konsumenten, diese Produkte zu erkennen.

Seit 1996 wird das Label in der Schweiz von der Lebensmittelindustrie lizenziert. Die Schutzrechte des Labels wurden seither auf immer mehr Staaten ausgedehnt und umfassen heute nahezu alle europäischen Staaten von Portugal bis Russland.

Seither wurde viel Arbeit in die Ausarbeitung des Reglementes, Kriterien und viele andere Dinge für das Label investiert. Immer mehr Vegetarier-Organisationen schliessen sich dieser Initiative der Europäischen Vegetarier-Union an.

Wozu dieses Label?

1. Ausgangssituation

  • Keine ausreichende Sicherheit beim Einkauf vegetarischer oder veganer (rein pflanzlicher) Produkte
  • Angebot vermeintlich vegetarischer Produkte auf dem Markt
  • Allgemein misstrauische Haltung gegenüber verarbeiteten Lebensmitteln
  • Immer mehr so genannte Convenience-Produkte, die zum Teil von entsprechenden Fleischprodukten optisch kaum noch zu unterscheiden sind

2. Lösungsansatz

  • Klare Kennzeichnung aller vegetarisch verarbeiteten Produkte
  • Kennzeichnung von Gastronomieunternehmen, welche für die vegetarische Ernährung geeignet sind

3. Ziele

  • Schnelles und eindeutiges Erkennen vegetarischer und rein pflanzlicher Produkte
  • Förderung des wachsenden Marktsegmentes vegetarischer und rein pflanzlicher Produkte
  • Einheitliche Kennzeichnung vegetarischer Produkte europaweit
  • Förderung des vegetarischen Angebotes in der Gastronomie

4. Zielgruppen

  • Bewusste Verbraucher
  • Fleischreduzierer
  • Vegetarier
  • Allergiker
  • Angehörige von Religionsgemeinschaften mit besonderen Speisevorschriften (z.B. Verzicht auf Schweinefleisch und andere Produkte vom Schwein, koscher oder halal)

Nach dem Auftreten von BSE in Deutschland haben ca. 8% der Deutschen angegeben, sich ausschliesslich vegetarisch zu ernähren. Schon 1997 gaben laut forsa-Studie gut 30% der 18- bis 25-jährigen Frauen an, weniger als ein Mal pro Woche Fleisch zu essen und dies auch noch reduzieren zu wollen. D.h., mindestens 6,4 Millionen Menschen in Deutschland können vom V-Label profitieren. In den anderen europäischen Ländern ist derselbe Trend zu verzeichnen. Gemäss Nutri-Trend-Studie essen in der Schweiz bereits 9% der Bevölkerung (fast) immer vegetarisch (und 60% gaben bei dieser Umfrage an, ab und zu vegetarisch zu essen).

Futtermittelskandale und andere Skandale in der Fleischbranche sorgen immer wieder dafür, dass mehr und mehr Verbraucher sich einer vegetarischen Lebensweise zuwenden.

Das V-Label hat einen langfristigen Ansatz und zielt auf eine kontinuierliche Ausweitung des fleischfreien Marktsegmentes hin.
Es unterstützt damit die Nahrungsmittelindustrie und die Gastronomie, diesem starken Zukunftstrend gerecht zu werden.

Die Europäische Vegetarier-Union

Die Europäische Vegetarier-Union (EVU) ist eine Dachorganisation der meisten vegetarischen Organisationen Europas. Das Ziel der EVU ist, die Zusammenarbeit der europäischen Organisationen zu fördern und die Öffentlichkeit zu informieren.

Angesichts der Internationalisierung und internationalen Verflechtungen im Ernährungssektor lancierte die EVU die Einführung eines einheitlichen europäischen vegetarischen Labels zur Kennzeichnung von vegetarischen Produkten und Dienstleistungen. Die EVU gibt es aber schon länger:

Entwicklung der EVU

Der Vernetzungsgedanke nahm während des ersten Europa-Kongresses im Sommer 1985 in Cervia, Italien, konkretere Formen an. Im Dezember des gleichen Jahres trafen sich sieben Delegationen von europäischen Vegetarier-Organisationen in Brüssel, um nach Wegen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen. Die Europäische Vegetarier-Union wurde ins Leben gerufen und 1988 offiziell als internationale Vereinigung anerkannt. Sie hat ihren Sitz in den Niederlanden und ihre Geschäftsstelle zurzeit in Belgien.

Zielsetzungen

Die EVU versteht sich als Dachorganisation für die europäischen Vegetarier-Vereine und unterstützt deren Bemühungen auf den Gebieten des Vegetarismus, Tierschutzes und Umweltschutzes, im Kampf gegen den Welthunger sowie bei Fragen der Gesundheit und des Verbraucherschutzes etc.

Zunächst hat sich die EVU zum Ziel gesetzt, die Vegetarier-Organisationen in den verschiedenen europäischen Ländern zu fördern und einander näher zu bringen, vor allem in denjenigen Ländern, in denen sich die vegetarische Idee bisher noch nicht entwickeln konnte.

Die Verbindung zwischen den einzelnen Mitgliedsorganisationen wird in erster Linie durch die Zeitschrift «European Vegetarian» gefördert, die viermal pro Jahr erscheint und über alle Ereignisse, Trends, Entwicklungen, Initiativen und Aktivitäten berichtet, die für Vegetarier von Interesse sind.

Wichtig sind vor allem die persönliche Begegnung der Vegetarier aus ganz Europa, die Völkerverständigung, der Gedankenaustausch, das Weitergeben von Informationen, die gegenseitige Hilfe. Diesem Zweck dienen internationale Treffen und Veranstaltungen, bei denen in Vorträgen und Arbeitsgruppen auf die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen aufmerksam gemacht und dadurch das Zusammenwachsen der Organisationen gefördert wird. Der intensiven Weiterbildung sollen künftig EVU-Seminare dienen, in denen die aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mitgliedsvereine in speziellen Arbeitsbereichen geschult werden.

Durch ihre Mitgliedschaft in der Internationalen Vegetarier-Union (IVU) pflegt die EVU auch die Kontakte mit aussereuropäischen Ländern. Langfristig plant die EVU, die internationalen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen aufmerksam zu beobachten und sich – wo nötig und möglich – an Entscheidungen zu beteiligen und darauf Einfluss zu nehmen.

Mitgliedschaft

Alle Organisationen, zu deren Zielsetzungen unter anderem die Förderung und Verbreitung des vegetarischen Gedankengutes gehören, können stimmberechtigte Mitglieder der EVU werden. Für Vereinigungen mit verwandten Zielsetzungen gibt es die Möglichkeit der Fördermitgliedschaft. Auch Einzelpersonen und Familien sind als Fördermitglieder der EVU willkommen; sie können die Arbeit der EVU ideell und finanziell unterstützen. Zurzeit sind ca. 90 Vereine Mitglied der EVU.

Unterstützen Sie den europäischen Vegetarismus!

Die EVU ist die einzige Organisation, die im Interesse der vegetarischen Vereine und Verbraucher auf europäischer Ebene tätig ist. Sie ist unabhängig von Wirtschaftsinteressen und parteipolitisch neutral. Alle Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Die Arbeitsfähigkeit der EVU hängt daher zu einem grossen Teil von der Unterstützung ihrer Mitglieder ab.

Bitte werden auch Sie (Förder-)Mitglied der EVU. Der Mindest-Jahresbeitrag für Einzelmitglieder beläuft sich zurzeit auf nur 20 Euro pro Person, Mitgliedsorganisationen zahlen einen Beitrag, der nach der Zahl ihrer Mitglieder gestaffelt ist. Dafür erhalten Sie regelmässig die Mitgliederzeitschrift «European Vegetarian» in englischer Sprache.

Da die Mitgliedsbeiträge allein zur Finanzierung weitergehender Aktivitäten nicht ausreichen, ist die EVU für alle Spenden sehr dankbar.

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